Vater nickte ruhig, räumte sein Werkzeug weg und ging wortlos. Doch was sie nicht wussten: Er hatte noch einen letzten Trumpf im Ärmel.
Statt einer dauerhaften Versiegelung hatte er eine temporäre Masse verwendet – völlig harmlos, aber garantiert abwaschbar beim ersten Duschen. Als die Hausbesitzer am nächsten Morgen stolz ihr „neues“ Badezimmer betraten, löste das Wasser sofort alles wieder ab. Die Fliesen rutschten, der Fugenmörtel löste sich auf, und innerhalb weniger Minuten hatte sich ihre luxuriöse Renovierung in ein schmutziges Chaos verwandelt.
In Panik schrien sie nach Papa.
"Alles ist ruiniert! Komm sofort her und repariere es!"
Mein Vater antwortete gelassen: „Oh, das würde mich sehr freuen. Aber dieses Mal zahlen Sie mir den vollen Betrag im Voraus.“
Stille. Dann eine resignierte Stimme: „Na schön. Dann regel das.“
Papa ging zurück, machte alles noch einmal gründlich und achtete diesmal darauf, dass es perfekt war. Er sammelte aber auch jeden Cent ein – plus ein kleines Extra für den „Notfalleinsatz“.
Von diesem Moment an verbreitete sich die Nachricht schnell in der ganzen Nachbarschaft: Leg dich nicht mit dem Klempner an – er wird dich jedes Mal übertrumpfen.
Nachdem Papa den zweiten Auftrag erledigt und die volle Bezahlung erhalten hatte, dachte er, die Sache sei erledigt. Doch eine Woche später versuchten die Vermieter, ihn erneut hereinzulegen.
Sie veröffentlichten eine Online-Bewertung, in der sie ihm nur einen Stern gaben und behaupteten, er sei „unprofessionell“ und habe „ihr Badezimmer ruiniert“. Sie dachten, sie könnten seinen Ruf zerstören, um ihn einzuschüchtern.
Großer Fehler.
Mein Vater führte akribisch Buch – Verträge, Quittungen, Fotos von jeder Renovierungsphase und sogar Screenshots von Nachrichten, in denen die Fliesen angenommen wurden. Er sammelte alles in einer ordentlichen Mappe und reichte damit beim Amtsgericht eine Klage ein.
Als der Tag gekommen war, betraten die Eigentümer den Gerichtssaal voller Zuversicht und erwarteten zu gewinnen. Sie behaupteten, Papa habe ihr Haus „beschädigt“ und forderten Schadensersatz.
Doch dann übergab mein Vater dem Richter ruhig seine Akte. Schritt für Schritt schilderte er den chronologischen Ablauf:
Fotos der Fliesen, die sie selbst abgeholt hatten.
Textnachrichten, die ihre Zustimmung belegten.
Rechnungen, die belegten, dass sie versucht hatten, dies anzudeuten.
Fotos des Badezimmers vor und nach seinen Arbeiten.
Der Richter wandte sich unbeeindruckt an die Hausbesitzer. „Sie haben wissentlich die Zahlung für die abgeschlossenen Arbeiten verweigert und anschließend versucht, die Firma dieses Mannes zu diffamieren. Sie werden ihm nicht nur den Restbetrag zahlen, sondern auch die Anwaltskosten und den Schadenersatz für die falschen Behauptungen übernehmen.“
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